Wenn die Helfer:innen Hilfe brauchen: Psychische Gesundheit bei Einsatzkräften
Zwischen Funktionieren und Erschöpfung – warum psychische Prävention für THW, Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und Bundeswehr genauso selbstverständlich sein sollte wie Schutzausrüstung
Hochwasser, das das Erdgeschoss eines ganzen Dorfes verschluckt. Ein Gebäudeeinsturz, unter dem noch Menschen vermutet werden. Ein schwerer Verkehrsunfall mit eingeklemmten Fahrern. Ein Großbrand, der eine ganze Werkshalle erfasst. Eine Vermisstensuche im Dunkeln, bei dem jeder gefundene Gegenstand entscheiden könnte. Eine Evakuierung, bei der Menschen nicht gehen wollen. Das sind die Einsätze, auf die THW, Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei, Bundeswehr und Katastrophenschutz trainiert werden. Während andere Menschen eine Ausnahmesituation erleben, müssen Einsatzkräfte funktionieren. Entscheidungen treffen. Menschen helfen. Und manchmal mit schweren Verletzungen, Tod und menschlichem Leid umgehen, das sich nicht wegerklären lässt.
Der Einsatz ist nur die halbe Wahrheit
Über den Einsatz selbst wird selten gesprochen. Über das Danach fast gar nicht. Wenn der Alarm auslöuft, die Schutzausrüstung im Feuerwehrhaus oder THW-Heim abgelegt wird und die Einsatzkräfte nach Hause fahren, beginnt ein anderer Einsatz – ein leiser, unsichtbarer. Die Bilder des Einsatzes bleiben im Kopf. Manche Einsatzkräfte schlafen schlecht. Sie wachen auf, weil sie den Geruch von Rauch oder das Geräusch einer Sirene noch hören. Sie durchdenken eine Situation immer wieder: Was wäre, wenn ich schneller gewesen wäre? Hätte ich die Entscheidung anders treffen müssen? Andere werden gereizter, över bestimmten Dingen, die früher gar kein Thema waren. Manche ziehen sich emotional zurück – nicht, weil sie niemanden um sich haben wollen, sondern weil sie das Gefühl nicht erklären können. Konzentrationsprobleme im Alltag, Erschöpfung, eine innere Abstumpfung, die sich wie ein Schutzpanzer anfühlt, aber auch das Gefühl für die schönen Dinge abdämpft.
Man kommt nach Hause, alles ist normal, die Kinder streiten sich wegen des Fernsehers, und man hat das Gefühl, von einem anderen Planeten zu kommen. Man kann es nicht erklären. Also sagt man nichts.
Die Kultur des „Ich muss funktionieren"
Einsatzkräfte werden von der Gesellschaft als besonders stark wahrgenommen. Die Männer und Frauen, die ranmüssen, wenn alle anderen wegrennen. Viele sehen sich selbst genauso – und das ist auch ein wichtiger Teil ihrer Identität. Wer beim THW oder der Feuerwehr mitmacht, hat sich freiwillig gemeldet. Wer zur Polizei geht oder sich bei der Bundeswehr verpflichtet, hat eine bewusste Entscheidung für Verantwortung getroffen. Diese Haltung ist wertvoll. Sie ist die Grundlage für das, was Einsatzkräfte leisten.
Aber genau diese Haltung kann zur Falle werden. Denn sie verführt zu dem Schluss: Wer stark ist, hat keine Schwächen. Wer Verantwortung übernimmt, muss mit allem umgehen können. Und wer über Gefühle spricht, gibt zu, dass er vielleicht doch nicht so belastbar ist, wie man es von ihm erwartet.
Stärke und psychische Belastung sind jedoch kein Widerspruch. Gerade Menschen, die Verantwortung für andere übernehmen, können Schwierigkeiten haben, selbst Hilfe anzunehmen. Sie sind es gewohnt, die zu sein, die helfen – nicht die, die Hilfe brauchen. Ein Feuerwehrmann, der in seinem Leben schon dutzende Menschen gerettet hat, kann trotzdem von den Bildern eines einzigen Einsatzes wochenlang verfolgt werden. Eine THW-Einsatzkraft, die bei einem Hochwassereinsatz tage funktioniert hat, kann danach trotzdem monatelang schlecht schlafen. Das bedeutet nicht, dass sie nicht belastbar wäre. Es bedeutet, dass sie ein Mensch ist.
Was die Befürchtungen bewirken
Wenn eine Einsatzkraft psychische Belastungen spürt, meldet sie sich in der Regel nicht. Die Gründe sind nachvollziehbar:
- Was denken meine Kolleg:innen, wenn ich sage, dass ich nach dem Einsatz nicht schlafen kann?
- Werde ich noch als belastbar angesehen – oder plötzlich als jemand, dem man etwas zutrauen muss?
- Könnte es berufliche Nachteile haben, wenn bekannt wird, dass ich belastet bin?
- Wird mir beim nächsten Einsatz weniger zugetraut – bekomme ich dann noch die verantwortungsvollen Aufgaben?
- Was, wenn Vorgesetzte anfangen, mich anders zu behandeln?
Diese Befürchtungen sind nicht aus der Luft gegriffen. In vielen Einsatzorganisationen ist psychische Belastung bis heute ein Tabuthema – nicht aus böser Absicht, sondern weil es keine etablierten Strukturen dafür gibt. Die Folge: Belastungen bleiben lange verborgen. Eine Einsatzkraft, die nach einem schwierigen Einsatz wochenlang schlecht schläft, sagt es niemandem. Sie versucht, selbst damit klarzukommen. Manchmal gelingt das. Manchmal nicht. Und manchmal entwickelt sich aus einer Belastung, die frühzeitig hätte aufgefangen werden können, eine behandlungsbedürftige psychische Erkrankung.
Die Familie: Wenn der Einsatz nicht mit Dienstende endet
Psychische Belastungen enden nicht automatisch mit Dienst- oder Einsatzende. Wenn eine Einsatzkraft nach Hause kommt und die Bilder noch im Kopf sind, spürt das auch die Familie. Schlafprobleme bedeuten, dass der Partner oder die Partnerin auch wach wird. Rückzug bedeutet, dass gemeinsame Abende still werden. Gereiztheit bedeutet, dass Konflikte entstehen, die nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun haben. Emotionale Erschöpfung bedeutet, dass für die Kinder, für Gespräche, für Intimität weniger Energie übrig bleibt.
Viele Einsatzkräfte versuchen, ihre Belastung vor der Familie zu verbergen. Sie ziehen sich zurück, wenn sie allein sind. Sie reagieren abweisend, wenn ihre Partner:innen nachfragen. Sie sagen „Alles in Ordnung", obwohl es das nicht ist. Sie tun das nicht aus mangelndem Vertrauen, sondern weil sie ihre Familie nicht belasten wollen. Was sie oft nicht sehen: Die Familie spürt die Veränderung ohnehin. Das Verbergen macht es nur schwerer – für alle.
Was psychisch passieren kann – ohne Dramatisierung
Wiederholte oder außergewöhnlich belastende Einsätze können psychische Spuren hinterlassen. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine normale Reaktion auf außergewöhnliche Belastungen. Mögliche Folgen umfassen:
- Akute Stressreaktionen: unmittelbar nach einem belastenden Ereignis können Schlafstörungen, Anspannung, Grübeln oder emotionale Taubheit auftreten – meist vorübergehend
- Chronischer Stress: wenn Belastungsphasen nicht ausreichend erholt werden, kann ein Zustand dauerhafter Anspannung entstehen, der Schlaf, Stimmung und Leistungsfähigkeit beeinträchtigt
- Schlafstörungen: Ein- und Durchschlafstörungen, frühes Erwachen, nicht erholsamer Schlaf – eines der häufigsten Symptome bei Einsatzkräften
- Angstsymptome: innere Unruhe, Anspannung, plötzliche körperliche Reaktionen bei Erinnerungen an Einsätze
- Depressive Symptome: Antriebslosigkeit, gedrückte Stimmung, Verlust von Interessen, sozialer Rückzug
- Burnout: emotionale Erschöpfung, Zynismus, reduzierte Leistungsfähigkeit – nicht nur als Modewort, sondern als ernsthafte Belastungsreaktion
- Traumafolgestörungen/PTBS: Wiedererleben des Ereignisses, Vermeidung von Erinnerungen, Hyperarousal, negative Kognitionen – eine mögliche, aber nicht die häufigste Folge
Wichtig: Nicht jede belastende Erfahrung führt automatisch zu einer psychischen Erkrankung. Die meisten Einsatzkräfte verarbeiten einsatzbedingte Belastungen – manchmal mit Unterstützung durch Kolleg:innen, Nachbesprechungen oder Zeit – ohne eine behandlungsbedürftige Störung zu entwickeln. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass es irgendwann zu einer relevanten Belastung kommt, steigt mit der Zahl und Intensität der Einsätze. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) weist seit Jahren darauf hin, dass berufliche Exposition gegenüber traumatischen Ereignissen ein erheblicher Risikofaktor für psychische Erkrankungen ist – insbesondere für Einsatz- und Rettungskräfte.
Neurodivergenz: Ein oft übersehenes Thema
Einsatzkräfte sind eine diverse Gruppe. Manche von ihnen sind neurodivergent – zum Beispiel Menschen mit ADHS oder Autismus. Wichtig: ADHS und Autismus sind keine Folge belastender Einsätze. Sie sind neurologische Varianten, die von Geburt an existieren. Aber der Einsatzalltag kann mit ihnen besondere Herausforderungen und besondere Stärken mit sich bringen.
Faktoren wie Schlafmangel, Stress, unregelmäßige Arbeitszeiten, plötzliche Wechsel zwischen Ruhe und Alarm oder hohe sensorische Belastung (Lärm, Licht, Hitze, chaotische Umgebungen) können neurodivergente Menschen stärker belasten als neurotypische. Eine Person mit ADHS kann unter unregelmäßigen Schlafzeiten und chaotischen Einsatzabläufen möglicherweise schneller erschöpfen. Eine autistische Person kann durch die sensorische Überflutung eines Großeinsatzes stärker beansprucht werden als durch den Einsatz selbst.
Gleichzeitig bringen neurodivergente Menschen auch besondere Stärken mit: Hyperfokus in Krisensituationen, detailgenaue Wahrnehmung, Mustererkennung, ungewöhnliche Lösungsansätze. Die Herausforderung liegt nicht in der Neurodivergenz selbst, sondern darin, dass ihre Bedürfnisse im Einsatzalltag oft nicht gesehen werden – weil darüber nicht gesprochen wird. Auch hier gilt: frühzeitiges Erkennen eigener Belastungsgrenzen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von professioneller Selbstwahrnehmung.
Warum warten, bis aus einer Belastung eine Erkrankung geworden ist?
Diese Frage steht im Mittelpunkt dieses Artikels. Bei körperlichen Risiken ist die Logik längst etabliert: Schutzausrüstung wird vor dem Einsatz getragen, nicht danach. Einsatznachbesprechungen gehören zum Standard. Regelmäßige Ausbildungen und Übungen sind selbstverständlich. Bei der psychischen Gesundheit hinken viele Einsatzorganisationen dieser Logik noch hinterher.
Psychische Gesundheitschecks sollten langfristig genauso selbstverständlich gedacht werden können wie körperliche Vorsorge, Einsatznachbereitung, Schutzausrüstung oder regelmäßige Trainings. Niemand würde auf die Idee kommen, eine Einsatzkraft, die ihre Schutzausrüstung nutzt, als „nicht belastbar" zu bezeichnen. Niemand würde sagen, eine Feuerwehr, die Übungsnächte durchführt, sei übertrieben vorsichtig. Prävention ist professionell. Das gilt für den Körper – und es gilt für die Psyche.
Digitale Screenings als Baustein der Prävention
Ein möglicher Baustein der psychischen Prävention sind digitale, niederschwellige psychologische Screenings. Sie lassen sich über Smartphone, Tablet oder Computer durchführen und liefern unmittelbar eine verständliche Auswertung. Wichtig ist, was sie sind – und was sie nicht sind:
- Sie sind kein Ersatz für Psychotherapeut:innen oder Ärzt:innen
- Sie stellen keine Diagnose
- Sie ersetzen nicht die Einsatznachbesprechung oder kollegiale Gespräche
- Aber sie können helfen, mögliche Belastungen frühzeitig zu erkennen – bevor sie sich verfestigen
- Und sie können bei Auffälligkeiten darauf hinweisen, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen
Ein Screening ist keine Therapie. Es ist ein Anstoß. Eine Standortbestimmung. Eine Möglichkeit, die eigene psychische Verfassung strukturiert zu reflektieren – nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Der Einstieg über die vertraute Welt: berufsspezifische Fragebögen statt psychologischer Testbatterien
Ein zentraler Punkt aus Gesprächen mit Einsatzkräften – insbesondere aus der Feuerwehr – lautet: Wer einer Feuerwehrkraft, einem THW-Einsatzteilnehmer, einer Polizeibeamtin oder einem Bundeswehrsoldaten direkt einen allgemeinen psychologischen Fragebogen wie den PHQ-9 oder den PCL-5 vorlegt, der löst häufig genau die Reaktion aus, die vermieden werden soll. Die Einsatzkraft denkt: „Jetzt wird mir psychologisch auf den Kopf geschaut. Jetzt wird mich jemand durchleuchten.“ Das Gefühl, pathologisiert zu werden, ist da – und damit steigt die Schwelle, das Angebot überhaupt zu nutzen. Viele brechen an dieser Stelle ab. Oder sie füllen den Fragebogen so aus, dass nichts Auffälliges herauskommt – weil sie nicht wollen, dass irgendetwas auf sie zurückfällt.
Der Einstieg muss also anders gelingen. Nicht über klinische Fachbegriffe, nicht über Skalen wie „0 = überhaupt nicht bis 3 = beinahe jeden Tag“, nicht über Fragen wie „Wie häufig fühlten Sie sich in den letzten zwei Wochen niedergeschlagen oder depressiv?“. Sondern über die vertraute Welt des Einsatzalltags. Über Situationen, die die Einsatzkraft selbst erlebt hat. Über eine Sprache, die sie kennt. Über Fachbegriffe aus dem eigenen Metier – Atemschutz, Einsatzleiter, Sichtung, Lagezentrum, ABO, Patientenklassifikation, Belastungsgruppe, Nachbesprechung. Über Fragen, die nicht nach Therapie klingen, sondern nach einem ehrlichen Rückblick auf die letzten Einsätze.
Genau hier setzt das Konzept eines berufsspezifischen Einstiegsfragebogens an. Für jede Einsatzorganisation wird ein eigener, auf den jeweiligen Berufs- und Einsatzalltag zugeschnittener Fragebogen entwickelt – beispielsweise ein Feuerwehr-Screening, ein THW-Screening, ein Polizei-Screening, ein Rettungsdienst-Screening oder ein Bundeswehr-Screening. Die Fragen greifen typische Situationen aus dem jeweiligen Einsatzalltag auf: belastende Einsätze, Schlaf nach Einsätzen, Anspannung, Konzentration, wiederkehrende Erinnerungen, Erholung, emotionale Belastung, Veränderungen im Alltag. Die Sprache ist die der jeweiligen Organisation. Die Antwortoptionen sind schlicht und verständlich. Das Gefühl: „Das hier wurde für meine Realität geschrieben. Hier versteht jemand, was ich tue.“
Das zweistufige Screening: erst den Berufsalltag spiegeln, dann gezielt vertiefen
Das Konzept lässt sich als zweistufiges Screening beschreiben. Stufe 1 ist der berufsspezifische Gesundheitscheck. Stufe 2 ist das gezielte wissenschaftliche Screening. Der Clou: Stufe 2 wird nicht wahllos angeboten, sondern orientiert sich an den Ergebnissen aus Stufe 1. Dadurch muss eine Einsatzkraft nicht verschiedene psychologische Fragebögen durchführen, sondern wird bedarfsgerecht zu den relevanten Screenings geführt.
Stufe 1 – Berufsspezifischer Gesundheitscheck
Die Einsatzkraft beginnt mit einem Fragebogen, der an die eigene Organisation angepasst ist. Die Fragen drehen sich um den konkreten Berufs- und Einsatzalltag. Beispiele für mögliche Fragen:
- Wie haben Sie in den letzten Wochen nach einem Einsatz geschlafen?
- Fallen Ihnen Erinnerungen an bestimmte Einsätze auf, die immer wieder kommen?
- Fühlen Sie sich nach Einsätzen angespannt oder auf Alarmbereit?
- Wie gut können Sie sich zwischen Einsätzen erholen?
- Haben Sie das Gefühl, dass Ihre Konzentration im Dienst nachlässt?
- Hat sich in Ihrem Alltag – zu Hause, mit der Familie, in der Freizeit – etwas verändert, das Sie sich nicht erklären können?
- Gibt es Einsätze, die Sie immer wieder durchdenken? Situationen, bei denen Sie sich fragen: Was wäre, wenn ich anders gehandelt hätte?
- Fühlen Sie sich emotional abgestumpft oder ferner als früher?
Diese Fragen klingen nicht nach Psychologie. Sie klingen nach einem ehrlichen Rückblick auf den Dienst. Genau das ist die Absicht. Die Einsatzkraft soll das Gefühl haben: „Hier wird mein Alltag ernst genommen – nicht meine Psyche durchleuchtet.“ Die Antworten liefern erste Hinweise auf mögliche Belastungsbereiche.
Stufe 2 – Gezieltes wissenschaftliches Screening
Die Antworten aus Stufe 1 werden ausgewertet. Zeigen sich Hinweise auf bestimmte Belastungsbereiche – beispielsweise Schlafprobleme, Traumafolgen, depressive Symptome, Angst oder chronischen Stress –, werden gezielt die passenden, wissenschaftlich etablierten Screening-Instrumente angeboten. Eine Einsatzkraft, die im berufsspezifischen Check keine Hinweise auf Traumafolgen zeigt, muss keinen PCL-5 ausfüllen. Eine Einsatzkraft, die keine depressiven Symptome andeutet, muss keinen PHQ-9 durchführen. Stattdessen werden nur die Instrumente vorgeschlagen, die zu den in Stufe 1 erkennbaren Themen passen.
Mögliche Instrumente in Stufe 2 sind beispielsweise:
- PCL-5 – Posttraumatische Belastungsstörung (bei Hinweisen auf wiederkehrende belastende Erinnerungen, Vermeidung, Hyperarousal)
- PHQ-9 – Depressivität (bei Hinweisen auf Antriebslosigkeit, gedrückte Stimmung, Verlust von Interessen)
- GAD-7 – Angst (bei Hinweisen auf innere Unruhe, Anspannung, Paniksymptome)
- ISI – Insomnia Severity Index (bei Hinweisen auf Schlafprobleme)
- Copenhagen Burnout Inventory – Burnout (bei Hinweisen auf emotionale Erschöpfung, Zynismus)
- WHO-5 – Psychisches Wohlbefinden (als Überblicksinstrument)
- Screening-Instrumente zum chronischen Stress (bei Hinweisen auf dauerhafte Anspannung und Erholungsunfähigkeit)
Die wissenschaftlichen Instrumente sind validiert – sie liefern eine belastbare Einschätzung, ob eine Belastung wahrscheinlich ist und ob professionelle Unterstützung in Anspruch genommen werden sollte. Sie ersetzen aber keine ärztliche oder psychotherapeutische Diagnose. Sie sind eine Orientierungshilfe – nichts mehr, aber auch nichts weniger.
Ein konkretes Beispiel: Feuerwehr-Einsatzkraft Maria
Um das Konzept anschaulich zu machen, ein Beispiel aus der Feuerwehr – adaptierbar auf THW, Polizei, Rettungsdienst, Bundeswehr oder jede andere Einsatzorganisation.
Maria ist 34, seit zehn Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr, seit drei Jahren Atemschutzgeräteträgerin. Vor drei Wochen war sie bei einem Einsatz dabei, bei dem ein Kind aus einer brennenden Wohnung geborgen werden musste. Es hat nicht gereicht. Seitdem schläft sie schlecht. Sie wacht auf, weil sie den Geruch von Rauch zu riechen glaubt. Sie durchdenkt den Einsatz immer wieder. Im Dienst funktioniert sie – aber danach ist sie müde, gereizt, zieht sich zurück. Sie hat niemandem davon erzählt. Nicht dem Einsatzleiter, nicht den Kolleg:innen, nicht ihrem Partner. Sie denkt: „Ich muss das verarbeiten können. Alle anderen schaffen das auch.“
Im Feuerwehrhaus hängt ein QR-Code. „Mental Health Check – freiwillig, anonym, vertraulich“ steht darunter. Maria scannt den Code mit ihrem Smartphone. Sie öffnet den berufsspezifischen Feuerwehr-Check. Die Fragen drehen sich um ihren Einsatzalltag: Schlaf nach Einsätzen, wiederkehrende Erinnerungen, Anspannung, Erholung, Veränderungen im Alltag. Maria erkennt ihre Situation wieder. Die Fragen klingen nicht nach „Depressionstest“ – sie klingen nach Feuerwehr. Sie beantwortet sie ehrlich. Es dauert wenige Minuten.
Die Auswertung zeigt Hinweise auf zwei Belastungsbereiche: wiederkehrende belastende Erinnerungen und Schlafprobleme. Das System empfiehlt zwei wissenschaftlich etablierte Screenings – den PCL-5 für posttraumatische Belastung und den ISI für Schlafstörungen. Maria erhält die Empfehlung in verständlicher Sprache: „Ihre Antworten deuten darauf hin, dass Sie sich in den letzten Wochen an bestimmte Einsätze erinnern, die belastend waren, und dass Ihr Schlaf darunter leidet. Möglicherweise können zwei kurze, wissenschaftlich geprüfte Fragebögen helfen, das genauer einzuordnen. Möchten Sie fortfahren?“
Maria entscheidet sich, fortzufahren. Sie füllt den PCL-5 und den ISI aus – ebenfalls auf dem Smartphone, ebenfalls anonym. Die Auswertung liefert Scores und eine verständliche Interpretation: Die Werte deuten auf eine mögliche posttraumatische Belastungsreaktion und eine klinisch relevante Schlafstörung hin. Das System gibt keine Diagnose – aber es empfiehlt: „Ihre Werte legen nahe, dass eine professionelle Unterstützung sinnvoll sein könnte. Sie können sich vertraulich an Ihren Betriebsarzt, an die PSI-Nummer der Feuerwehr, an eine Beratungsstelle oder an eine Psychotherapeut:in wenden. Dieser Bericht ist dafür gedacht, den ersten Schritt zu erleichtern – er dokumentiert, was Sie gerade erleben, ohne dass Sie es jemandem erklären müssen.“
Maria behält den Bericht. Sie geht zunächst nicht zur Beratung. Aber sie weiß jetzt: Was sie erlebt, ist nicht „normaler Stress“. Es ist eine belastbare Reaktion auf einen außerordentlichen Einsatz. Zwei Wochen später ruft sie die PSI-Nummer an. Der Bericht hat ihr geholfen, die erste Schwelle zu nehmen – die Schwelle, sich selbst einzugestehen, dass etwas ist.
Berufsspezifische Einstiegsfragebögen: ein Überblick
Für jede Einsatzorganisation kann ein eigener Einstiegsfragebogen entwickelt werden. Die folgenden Beispiele zeigen, wie unterschiedlich die Schwerpunkte sind – und wie sehr die Sprache an die jeweilige Realität angepasst werden kann.
Feuerwehr-Screening
Der Feuerwehr-Check greift Situationen auf, die Feuerwehrkräfte kennen: Atemschutzeinsätze, Menschenrettung unter Zeitdruck, Brände, Unfälle mit eingeklemmten Personen, Todesfälle, Nachtalarme. Mögliche Fragen: Wie gut schlafen Sie nach Einsätzen? Denken Sie an bestimmte Einsätze zurück, die nicht loslassen? Fühlen Sie sich im Dienst angespannt oder auf Alarm? Gibt es Einsätze, bei denen Sie sich fragen, ob Sie anders hätten handeln sollen? Hat sich Ihre Erholungsfähigkeit verändert?
THW-Screening
Der THW-Check greift die spezifische Realität des Technischen Hilfswerks auf: technische Bergung, Hochwassereinsätze, Vermisstensuche, lang andauernde Einsätze in wechselnden Unterkünften, Infrastrukturschäden. Mögliche Fragen: Wie gut können Sie sich nach langen Einsätzen erholen? Denken Sie an bestimmte Lagen zurück, die Sie nicht loslassen? Wie gehen Sie damit um, wenn Einsätze sich über mehrere Tage erstrecken? Fühlen Sie sich zwischen den Einsätzen angespannt? Hat sich in Ihrem Alltag etwas verändert, das Sie sich nicht erklären können?
Polizei-Screening
Der Polizei-Check greift die spezifische Belastung von Polizeibeamt:innen auf: Gewaltdelikte, Unfälle, Todesfälle, Konfrontation mit Aggression, Schusswaffengebrauch, Zeugen- und Täterkontakt, Schichtdienst. Mögliche Fragen: Wie gut schlafen Sie nach belastenden Lagen? Denken Sie an bestimmte Einsätze zurück, die nicht loslassen? Fühlen Sie sich im Dienst auf Alarm? Gibt es Lagen, die Sie immer wieder durchdenken? Hat sich Ihre Reaktion auf Gewalt oder Aggression verändert? Wie gut können Sie sich zwischen den Schichten erholen?
Rettungsdienst-Screening
Der Rettungsdienst-Check greift die Realität von NotSan und Rettungsassistent:innen auf: Reanimationen, Sterbefälle, Kindernotfälle, Zeitdruck, Konfrontation mit Angehörigen, Schichtdienst. Mögliche Fragen: Wie gut schlafen Sie nach schwierigen Notfällen? Denken Sie an bestimmte Einsätze zurück, die nicht loslassen? Wie gehen Sie damit um, wenn Patienten versterben? Fühlen Sie sich zwischen den Einsätzen angespannt? Hat sich Ihre Fähigkeit zur Erholung verändert? Gibt es Notfälle, die Sie immer wieder durchdenken?
Bundeswehr-Screening
Der Bundeswehr-Check greift die Realität von Soldat:innen auf: Auslandseinsätze, Gefechtssituationen, Verlust von Kamerad:innen, lange Trennung von der Familie, Post Deployment, Umgang mit Vorfällen im Einsatz. Mögliche Fragen: Wie gut schlafen Sie nach belastenden Einsatzsituationen? Denken Sie an bestimmte Lagen zurück, die nicht loslassen? Fühlen Sie sich im Dienst auf Alarm? Wie gehen Sie damit um, wenn Kamerad:innen verletzt oder getötet werden? Hat sich in Ihrem Alltag – zu Hause, in der Kaserne, in der Freizeit – etwas verändert? Wie gut können Sie sich nach Auslandseinsätzen erholen?
Konkrete Anwendungsmöglichkeiten für Einsatzorganisationen
Digitale Screenings lassen sich auf verschiedene Weisen in den Alltag von Einsatzorganisationen integrieren. Einige konkrete Ansätze:
QR-Code in internen Bereichen
Ein QR-Code könnte beispielsweise im THW-Heim, im Feuerwehrhaus, in Schulungsunterlagen oder in Informationsmaterialien bereitgestellt werden. Einsatzkräfte könnten über ihr eigenes Smartphone, Tablet oder einen Computer freiwillig ein Screening durchführen – ohne Anmeldung, ohne komplizierten Prozess, ohne dass jemand dabei zusieht. Der erste Schritt ist dabei immer der berufsspezifische Einstiegsfragebogen – nicht ein allgemeiner psychologischer Test. Erst wenn sich daraus Hinweise auf konkrete Belastungen ergeben, werden die passenden wissenschaftlichen Screenings angeboten.
Nach besonders belastenden Einsätzen
Nach einem außergewöhnlich belastenden Einsatz – einem Todesfall, einer Rettung unter schwierigsten Bedingungen, einem Einsatz mit Kindern als Betroffenen – kann ein freiwilliger Hinweis auf ein anonymes Screening zusammen mit den bestehenden Nachsorgeangeboten gegeben werden. Die Einsatzkraft beginnt mit dem berufsspezifischen Check – beispielsweise dem Feuerwehr-Screening – und wird, wenn sich Hinweise auf Traumafolgen oder Schlafprobleme zeigen, gezielt zum PCL-5 und ISI geführt. Wer möchte, kann sich selbst einordnen. Wer nicht möchte, lässt es. Niemand wird dazu gedrängt.
Regelmäßige Prävention
Wiederkehrende freiwillige Mental-Health-Checks – zum Beispiel halbjährlich – können psychische Belastungen erfassen, bevor sie akut werden. Vergleichbar mit dem arbeitsmedizinischen Vorsorgecheck, den viele Einsatzorganisationen bereits für die körperliche Gesundheit anbieten. Auch hier ist der Einstieg berufsspezifisch – die Einsatzkraft beginnt mit dem Feuerwehr-, THW-, Polizei- oder Bundeswehr-Check und wird bei Bedarf gezielt zu den relevanten wissenschaftlichen Screenings geführt.
Informationskampagnen
Psychoedukation, Screening und Hinweise auf professionelle Hilfsangebote lassen sich miteinander verbinden. Eine Informationskampagne könnte erklären, welche psychischen Folgen einsatzbedingt auftreten können, wie das zweistufige Screening funktioniert – berufsspezifischer Einstieg, gezielte Vertiefung – und wo man bei Auffälligkeiten weiterführende Hilfe findet – innerhalb und außerhalb der eigenen Organisation. Wichtig: Die Kampagne muss klar kommunizieren, dass die Nutzung freiwillig, anonym und vertraulich ist und dass die Ergebnisse nicht in die Personalakte fließen.
Organisationsebene
Einsatzorganisationen können freiwillige und datenschutzkonforme Präventionsangebote schaffen – ohne dass einzelne Ergebnisse für Vorgesetzte einsehbar sein müssen. Eine Organisation kann dokumentieren, dass sie ein Angebot macht. Sie kann dokumentieren, wie oft es genutzt wird. Sie kann aggregierte, anonymisierte Daten nutzen, um den Bedarf abzuschätzen. Aber sie sollte nicht einsehen können, ob eine bestimmte Einsatzkraft ein Screening durchgeführt hat oder was dabei herausgekommen ist.
IDA Health: Ein Beispiel für eine digitale Screening-Lösung
IDA Health ist ein Beispiel für eine Plattform, die wissenschaftlich fundierte digitale Screenings bereitstellt. Das Konzept des zweistufigen Screenings – berufsspezifischer Einstieg, gezielte wissenschaftliche Vertiefung – ist dabei ein zentraler Baustein. Die berufsspezifischen Einstiegsfragebögen können an die jeweilige Einsatzorganisation angepasst werden – Feuerwehr, THW, Polizei, Rettungsdienst, Bundeswehr oder andere Organisationen. Die wissenschaftlichen Screenings in Stufe 2 basieren auf etablierten, in der klinischen Forschung validierten Instrumenten. Die Screenings können über Smartphone, Tablet oder Computer durchgeführt werden und liefern unmittelbar eine verständliche Auswertung – mit Scores, Interpretation und Hinweisen auf weitere Schritte. Organisationen können solche Angebote beispielsweise über QR-Codes oder digitale Links zugänglich machen, ohne dass dafür eine aufwendige technische Infrastruktur notwendig ist.
Die Screenings auf IDA Health sind so aufbereitet, dass die Ergebnisse für Menschen ohne klinische Vorerfahrung verständlich sind. Sie stellen keine Diagnose, aber sie geben eine Orientierung: Ist eine Belastung wahrscheinlich? Sollte professionelle Unterstützung in Anspruch genommen werden? Der berufsspezifische Einstiegsfragebogen ist kein diagnostisches Instrument – er dient der niederschwelligen Orientierung und der Auswahl geeigneter validierter Screenings. Erst die wissenschaftlichen Instrumente in Stufe 2 liefern eine belastbare Einschätzung möglicher Belastungen.
Was Einsatzkräfte tun können
An alle Einsatzkräfte – ob THW, Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei, Bundeswehr oder Katastrophenschutz – richtet sich eine einfache Botschaft: Eure psychische Gesundheit ist nicht weniger wichtig als eure körperliche. Wer nach einem Einsatz schlecht schläft, gereizt ist, sich zurückzieht, Grübelschleifen nicht loswird oder das Gefühl hat, emotional abzustumpfen, ist nicht „nicht belastbar“. Ihr seid ein Mensch, der Außergewöhnliches erlebt hat. Nehmt diese Signale ernst. Nutzt Angebote wie ein freiwilliges, vertrauliches Screening, um euch selbst einordnen zu können – beginnend mit einem Fragebogen, der euren Berufsalltag spiegelt, nicht eure Psyche durchleuchtet. Und wenn sich Auffälligkeiten zeigen: sucht Unterstützung. Bei euren Kolleg:innen, bei euren Vorgesetzten, bei Beratungsstellen, bei Psychotherapeut:innen. Frühe Hilfe ist kein Zeichen von Schwäche. Sie ist professionelle Selbstfürsorge – und im Sinne der Einsatzfähigkeit, die ihr verkörpert.
Was Einsatzorganisationen tun können
An THW-Strukturen, Feuerwehren, Rettungsdienste, Polizeibehörden, Bundeswehr und Katastrophenschutz richtet sich eine ebenso klare Botschaft: Psychische Prävention ist kein Zeichen von Schwäche, sondern Teil moderner Einsatzfürsorge. Schafft niederschwellige, vertrauliche Angebote – mit berufsspezifischem Einstieg, der euren Einsatzkräften das Gefühl gibt: „Das hier wurde für meine Realität entwickelt.“ Stellt sicher, dass Freiwilligkeit und Datenschutz nicht nur versprochen, sondern strukturell garantiert sind. Integriert psychische Gesundheitschecks in dieselbe Logik wie körperliche Vorsorge und Einsatznachbereitung. Bildet Vorgesetzte und Ausbilder:innen weiter, damit sie psychische Belastungen erkennen – ohne zu stigmatisieren. Und macht klar: Wer Unterstützung sucht, bekommt sie. Ohne berufliche Nachteile. Ohne Seitenblicke. Ohne dass es beim nächsten Einsatz anders wird.
Fazit: Prävention ist Einsatzfürsorge
Einsatzkräfte leisten Außergewöhnliches. Sie verdienen eine Fürsorge, die außergewöhnlich ist – nicht nur im Einsatz, sondern auch danach. Psychische Belastung und Stärke sind kein Widerspruch. Sie gehören zusammen, wie zwei Seiten einer Medaille. Die Frage ist nicht, ob Einsatzkräfte belastet werden. Die Frage ist, ob wir sie dabei begleiten – oder sie allein lassen. Ein zweistufiges Screening – berufsspezifischer Einstieg, gezielte wissenschaftliche Vertiefung – ist ein Baustein dieser Begleitung. Es ersetzt keine Psychotherapie, keine Nachbesprechung, keine kollegiale Unterstützung. Aber es kann helfen, die erste Schwelle zu nehmen: die Schwelle, sich selbst einzugestehen, dass etwas ist. Und es nimmt den Einsatzkräften die Angst, mit einem allgemeinen psychologischen Fragebogen sofort „untersucht“ zu werden. Denn der Einstieg ist vertraut. Die Sprache ist die ihre. Und die Frage, die am Ende steht, ist nicht: „Sind Sie krank?“ – sondern: „Wie geht es dir gerade, nach dem, was du erlebt hast?“
Quellen und weiterführende Informationen
- Weltgesundheitsorganisation (WHO): Mental health of workers, occupational stress and workplace prevention – https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/mental-health-at-work
- Weltgesundheitsorganisation (WHO): ICD-11 – Posttraumatic Stress Disorder und Complex PTSD – https://icd.who.int/
- Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA): Psychische Belastung und Beanspruchung im Beruf – https://www.baua.de/
- S3-Leitlinie Posttraumatische Belastungsstörung der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) – https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/051-011.html
- Berger, W. et al. (2012): Rescue workers and mental health – a systematic review. In: BMC Psychiatry, 12:176
- Petrie, K. et al. (2018): The prevalence of depression, anxiety and PTSD in emergency ambulance personnel: A systematic review and meta-analysis. In: Emergency Medicine Journal, 35(8):488–493
- Skogstad, M. et al. (2016): Work-related post-traumatic stress disorder in first responders – a systematic review. In: BMC Psychiatry, 16:269
- Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN): Leitlinien und Stellungnahmen – https://www.dgppn.de/
- Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi): Versorgungsatlas psychische Erkrankungen – https://www.zi.de/